"Die Dinge, woraus aller Welt Pracht besteht, wo sie am höchsten ist, mit allem Geschleppe auf Wagen und Schiffen, auf Märkten und Messen sind Gottes Geschöpfe, Güter und Gaben, an sich selbst gut, wenn man recht damit umgeht, in guter Ordnung, mit Dankbarkeit, Mäßigkeit und Gerechtigkeit, so lange das Leben währt in dieser Zeit.
Aber wenn man darauf hereinfällt, als ob dies die Hauptsache selbst oder die ganze Sache wäre, als ob Gott sonst nichts in seinen Schätzen hätte, womit er die Gerechten vergnügen könnte, als ob solcher Kram über alles ginge; wenn man daran hängen bleibt und die unsichtbaren, ewigen Güter darüber vergisst, und sich selbst mit solchen Kleinigkeiten abgefertigt achtet, so ist es eine große Torheit." (Johann Albrecht Bengel)

Ihr sollt euch nicht Schätze sammeln auf Erden, wo sie die Motten und der Rost fressen und wo die Diebe einbrechen und stehlen. Sammelt euch aber Schätze im Himmel, wo sie weder Motten noch Rost fressen und wo die Diebe nicht einbrechen und stehlen. Denn wo dein Schatz ist, da ist auch dein Herz.
Matthäus 6,19ff

Ich glaube nicht mehr, dass ich mich selbst im Zaum halten kann, aber ich glaube fest, dass mich Gott in Liebe hält, wenn ich mich ihm ganz überlasse.
Ich glaube nicht mehr, dass ich das Leben verstehen kann, aber ich glaube fest, dass Jesus einen guten Plan hat und ein wunderbares Ziel weiß.
Ich glaube nicht mehr, dass meine aufgeregte Sorge und meine angestrengte Mühe wirklich etwas bewegen, aber ich glaube fest daran, dass der Heilige Geist Türen öffnen, Wege ebnen und Hindernisse überwinden wird.

Herr, mein Herz ist nicht hoffärtig, und meine Augen sind nicht stolz. Ich gehe nicht um mit großen Dingen, die mir zu wunderbar sind. Fürwahr, meine Seele ist still und ruhig geworden wie ein kleines Kind bei seiner Mutter; wie ein kleines Kind, so ist meine Seele in mir.
Psalm 131,1f

"Herr, gib mir die Gnade, in deinem Willen zu sterben. Welcher Ort und was für Umstände mich auch erwarten, bereite mich auf sie vor. Lass mich sterben als einen, der der Wahrheit treu geblieben ist, an die er glaubt. Und dulde es nicht, dass ich aus Angst vor dem Tode dir untreu werde.
Herr, gib mir die Gnade, auch in deinem Willen zu leben. Hilf mir, jede Furcht und jedes Verlangen zu meistern, das mich daran hindert, in deinem Willen zu leben. In deine Hände befehle ich meinen Geist." (Alan Paton)

In deine Hände befehle ich meinen Geist; du hast mich erlöst, Herr, du treuer Gott.
Psalm 31,6

Das Zeitliche segnen bedeutet einmal: mit der eigenen Lebenszeit versöhnt im Frieden zu Gott gehen.
Und dann: die Weiterlebenden ohne Neid und Bitterkeit unter den Sieg Gottes stellen, ihnen Glück wünschen und ihnen ein gutes Weiterleben von Herzen gönnen.

Dies ist der Segen, mit dem Mose, der Mann Gottes, die Israeliten vor seinem Tode segnete …
5.Mose 33,1

Josua aber, der Sohn Nuns, wurde erfüllt mit dem Geist der Weisheit; denn Mose hatte seine Hände auf ihn gelegt.
5.Mose 34,9

Der Gutsherr reitet morgens aus. Hoch zu Ross galoppiert er durch seine Felder. Dann sieht er den Bauern auf der Erde knien und die Feldfrüchte einbringen. "Guten Morgen, Herr Bauer, ich muss mir erst mal etwas Appetit auf mein Frühstück holen!"
"Und ich muss mir erst mal etwas Frühstück für meinen Appetit holen", meinte der Bauer darauf. "Das ist der Unterschied!"

Haltet den Glauben an Jesus Christus, unseren Herrn der Herrlichkeit, frei von allem Ansehen der Person. Ist’s recht, dass ihr solche Unterschiede bei euch macht und urteilt mit bösen Gedanken? Ihr aber habt dem Armen Unehre angetan. Sind es nicht die Reichen, die Gewalt gegen euch üben und euch vor Gericht ziehen?
Jakobus 2,1.4.6

"Das Pferd macht den Mist im Stall, und obgleich der Mist einen Unflat und Stank an sich hat, so zieht dasselbe Pferd doch den Mist mit großer Mühe auf das Feld, und daraus wächst schöner Weizen und der edle, süße Wein, der niemals wüchse, wäre der Mist nicht da. Also trage deinen Mist – das sind die Gebrechen, die du nicht abtun, ablegen noch überwinden kannst – mit Mühe und mit Fleiß auf den Acker des liebreichen Willens Gottes in rechter Gelassenheit deiner selbst. Es wächst ohne Zweifel in einer demütigen Gelassenheit köstliche, wohlschmeckende Frucht daraus." (Johannes Tauler)

Darum bin ich guten Mutes in Schwachheit, in Misshandlungen, in Nöten, in Verfolgungen und Ängsten um Christi willen; denn wenn ich schwach bin, so bin ich stark.
2.Korinther 12,10

"Je älter du wirst, desto mehr verbleicht, was du neidest, und wird geringer, was du begehrst. Und die ganze große Summe der Wünsche, mit der ein törichtes Kind auszog, wird in späteren Tagen zu einem kurzen, alles in sich beschließenden Wunsch: Mein Gott, ich bitt durch Christi Blut, mach’s nur mit meinem Ende gut!" (Hermann Bezzel)

Ich elender Mensch! Wer wird mich erlösen von diesem todverfallenen Leibe? Dank sei Gott durch Jesus Christus, unsern Herrn!
Römer 7,24f

Pfarrer Johann Friedrich Flattich war eines der bekanntesten Originale der württembergischen Kirche. Zahlreiche Anekdoten erzählen von seiner Schlagfertigkeit. So hat Pfarrer Flattich eines Tages einem bettelnden Durchreisenden sein bestes Paar Strümpfe geschenkt.
Ganz entrüstet meinte seine Frau, ein Paar schlechte Strümpfe hätten doch für den Bettler gereicht. Worauf Flattich nur sagte: "Schlechte hatte der Mann selber!"

Gutes zu tun und mit andern zu teilen vergesst nicht; denn solche Opfer gefallen Gott.
Hebräer 13,16

,Das ist ein sehr tröstlicher Gedanke: Gott verlangt von uns kein lauteres Herz, bevor er uns in seine Arme schließt. Selbst wenn wir nur zurückkehren, weil es uns kein Glück gebracht hat, unseren Wünschen nachzulaufen, nimmt Gott uns wieder auf. Selbst wenn wir zurückkehren, weil ein Leben als Christ uns mehr Frieden beschert, als ein Leben als Heide, nimmt Gott uns auf. Selbst wenn wir zurückkehren, weil unsere Sünden uns nicht die Befriedigung verschafft haben, die wir erhofft hatten, nimmt Gott uns wieder auf. Selbst wenn wir zurückkehren, weil wir es allein nicht geschafft haben. nimmt Gott uns auf.

Gottes Liebe verlangt von uns keine Begründung, warum wir zurückkehren. Gott ist froh, uns wieder zu Hause zu sehen, und will uns geben, was wir nur wünschen, nur weil wir wieder da sind."

(Henri Nouwen)

Und er machte sich auf und kam zu seinem Vater. Als er aber noch weit entfernt war, sah ihn sein Vater und es jammerte ihn; er lief und fiel ihm um den Hals und küsste ihn.

(Lukas 15,20)

Jeden Abend, wenn die Mönche sich zum Abendgebet versammelt hatten, streunte die Katze herum und störte Andacht und Gebet. Also wurde die Katze während des Abendgottesdienstes angebunden. Und nun hatten die Mönche ihre Ruhe und Andacht.
Als die Katze dann gestorben war, wurde auch eine andere Katze immer zum Abendgebet angebunden. Und Jahrhunderte später schrieben Klosterschüler wissenschaftliche Arbeiten darüber, welche wichtige Rolle eine beim Abendgebet angebundene Katze für die Andacht der Mönche spielt.

Die Hauptsumme aller Unterweisung aber ist Liebe aus reinem Herzen und aus gutem Gewissen und aus ungefärbtem Glauben. Davon sind einige abgeirrt und haben sich hingewandt zu unnützem Geschwätz.
1.Timotheus 1,5f