Matthäi am Letzten

"Matthäi am Letzten" sagen die Menschen, wenn alles aus ist, wenn keine Hoffnung mehr besteht, wenn das Ende endgültig ist. Dabei steht im letzten Vers des Matthäusevangeliums die beste Aussicht für unser Leben, die Menschheit und die ganze Welt: "Ich bin bei euch alle Tage bis ans Ende der Welt!" (28,20). Die letzten Worte Jesu an seine Jünger sind wie ein Testament, wie ein Vermächtnis für alle Zeit und alle Menschen. Jesus hält uns durch alle Tage hindurch die Treue. Bis zur Vollendung der Welt will Gott uns nahe sein.

Im Alten Bund war ein Zeichen der Treue Gottes der Regenbogen mit seinen sieben Farben. Er sollte die Menschen an den Bund Gottes, den er nach der Sintflut geschlossen hatte, erinnern. Der Bogen der Treue Gottes, der Regenbogen erscheint den Menschen auf der Erde als ein Halbkreis, der sich von Horizont zu Horizont spannt. In Wirklichkeit ist der Regenbogen ein Kreis. Vom Flugzeug aus gesehen erscheint der Bogen als vollkommen runder Kreis. Auf der Erde, in Raum und Zeit begrenzt, kommt uns die Treue Gottes nur halb vor. Und wir sehen das Ganze nicht mehr. Und doch ist die Treue Gottes immer ganz und rund, vollkommen und aus sieben wunderbaren Farben. Die letzten Worte Jesu "Ich bin bei euch" sind auch wie ein großer Kreis, in dem unser ganzes Leben Platz hat und gut aufgehoben ist. Mit seiner ganzen, vollkommenen Liebe will uns Jesus begleiten, versorgen und durchdringen bis zur Vollendung. Die letzten Worte Jesu "bei euch" leuchten auch in sieben wunderbaren Farben vor uns auf. Jesus ist vor uns. Er öffnet die Türen, ebnet die Wege, erschließt die Räume. Jesus geht vor uns her. Jesus ist hinter uns. In seiner Liebe räumt er auf, ordnet und bringt zurecht, was in unserem Leben zerbricht und mangelt. Jesus ist in seiner Barmherzigkeit unter uns und trägt uns. Jesus ist mit seiner Macht über uns, deckt uns zu. Seine Übermacht ist wirklich über uns allezeit. Jesus geht neben uns her und bewahrt uns vor Verirrungen nach rechts oder links. Immer wieder bringt er uns auf den richtigen Weg. Jesus ist als Fürsprecher und Anwalt am Thron Gottes für uns. Er tritt für uns ein. Und schließlich ist Jesus auch in uns. Dort möchte er Wohnung nehmen, sich auswirken, unser Leben erfüllen, damit wir dann einmal bei ihm wohnen und zu Hause sein können. Ein wunderbarer Kreis aus sieben Farben, in dem wir ganz geborgen und gut aufgehoben sind. "Matthäi am Letzten" ist die beste Parole für unser Leben.

"Siehe, ich bin bei euch alle Tage bis an der Welt Ende."‘

(Matthäus 28,20)

"Für mein Leben gern"

In Afrika haben die Schwarzen eine einfache Methode, kleine Affen zu fangen. Sie stellen am Waldrand Tonkrüge mit einem engen Rand auf, füllen Mandelkerne hinein und entfernen sich. Nun wittern die Affen ihre Lieblingsspeise, kommen heran und greifen gierig in den Krug, nehmen die Pfote voller Mandeln und bekommen die gefüllte Pfote nun nicht mehr aus dem Krug heraus. Sie brauchten die Mandeln nur loslassen, um ihre Freiheit und das Leben zu retten. Aber sie essen die süßen Mandeln nun mal "für ihr Leben gern". Darum warten sie mit der gefüllten Pfote, bis die Schwarzen herbeikommen und die Affen gefangen nehmen.

Manchmal geht es uns Menschen auch so. Wir sind in gewisse Dinge so vernarrt, dass wir sie "für unser Leben gern" festhalten. Wir brauchten manche Dinge nur einfach loszulassen und würden unsere Freiheit und das Leben gewinnen.

An welcher Sünde oder Begierde, an welcher Torheit oder Nichtigkeit halten wir "für unser Leben gern" fest? Gott ruft uns zu: "Las die Sünde los, und du gewinnst die Freiheit!" Jesus lädt uns ein: "Las deine Sorge los, ich sorge für dich!" Paulus mahnt uns: "Lasst die irdischen und vergänglichen Reichtümer los, und ihr werdet den wahren Reichtum des Lebens erlangen!"

Ob wir klüger und weitsichtiger sind als die kleinen Affen in Afrika?

"Wenn euch nun der Sohn frei macht, so seid ihr recht frei!"

(Johannes 8,36)

So wird das Leben eine saubere Sache

"Mir geht es dreckig", sagen wir und meinen damit die Mühsal und Last, die Not und Schwierigkeiten im Leben. Wie soll man über die Erde gehen, ohne dreckig zu werden! Wer hinter dem Leben herläuft, fällt bisweilen in den Schmutz. Wir sind nun mal Erdenkinder, aus Erde, für die Erde, auf der Erde. Unser Lebensraum jenseits von Eden ist ziemlich staubig. Und was hat sich auf unserem Lebensweg nicht alles an Dreck und Schmutz an unsere Füße geheftet! Jesus will uns die Füße waschen, wenn sie müde sind vom vielen Umherlaufen und dreckig von all dem Erdenkram. Kurz vor seinem Tod, bei der letzten Mahlzeit, hat Jesus seinen Jüngern die Füße gewaschen, um ihnen seine ganze Liebe zu zeigen. Mit seinem Liebesdienst wollte Jesus seinen Jüngern wohl tun, sie reinigen und für neue Wege stärken. Seine Liebe wäscht alle Sünden ab. Seine Fürsorge teilt alle unsere Sorge. Seine Kraft hilft uns, die Lasten zu tragen. Seine Barmherzigkeit ist stärker als alle Gewalt. Sein Leben ist die Überwindung unseres Todes. Seine Auferstehung ist unsere Hoffnung.

Mir geht es dreckig, aber bei Jesus kann ich den ganzen Dreck loswerden. Jesus wäscht uns nicht den Kopf und stutzt uns nicht zurecht. Er wäscht uns die Füße und liebt uns zurecht. Da ist man wie neugeboren, rein und sauber, befreit und erleichtert. Wir brauchen diesen Liebesdienst, das Gewaschenwerden, immer wieder auf unserem Erdenweg. Jesus sagt: "Werde ich dich nicht waschen, so hast du keinen Teil an mir!" (Johannes 13,8). Darum wollen wir ihm unser Leben hinhalten und ihn bitten, dass er uns reinwäscht. So wird das Leben eine saubere Sache.

Stimmt deine Uhr?

Ein Indianer kam einst mit zwei Zeigern zu einem Uhrmacher und bat ihn: "Bring mir diese beiden Zeiger in Ordnung, sie geben schon seit einem halben Jahr die Zeit nicht mehr richtig an." "Aber wo hast du denn deine Uhr?" "Daheim, in meiner Hütte", gab der Indianer zur Antwort. Ja, aber wenn du mir deine Uhr nicht bringst, kann ich sie nicht wieder in Gang bringen", sagte der Uhrmacher "Aber ich habe dir doch gesagt, dass an der Uhr nichts zu reparieren ist, sondern nur an den Zeigern, und die habe ich mitgebracht. Du willst die Uhr nur haben, um mir eine große Rechnung schreiben zu können!" Zornig ging er davon.

Wir denken vielleicht mit überlegenem Lächeln: welch ein törichter Mensch! Aber sind nicht viele Menschen ebenso töricht, wenn sie nur dafür sorgen, dass ihr Lebenswandel in Ordnung ist, dass sie nicht auffallen und niemand ihnen etwas nachsagen kann? Tue recht und scheue niemand, das sind die beiden Zeiger, auf deren rechten Gang wir Wert legen. Aber die Uhr, das Herz, das alles regiert, soll bleiben, wie es ist. Das liefern wir dem großen himmlischen Meister nicht aus, damit er es richtig in Gang bringen kann. Man fürchtet die Kosten. Man hat Angst, dass man mit seiner Lieblingssünde brechen oder sein dickes, altes Ich verleugnen soll. Wenn davon die Rede ist, gehen viele zornig fort und bilden sich dennoch ein, dass die Zeiger richtig gehen, auch wenn sie von Gottes angegebenem Gang bedenklich abweichen. Die Uhr muss ich haben, sagt der große Meister des Lebens.

"Erforsche mich, Gott, und erkenne mein Herz; prüfe mich und erkenne, wie ich’s meine. Und sieh, ob ich auf bösem Wege bin, und leite mich auf ewigem Wege!"

(Psalm 139,23f)

Kurz und bündig

Eine Gemeinde ließ ihrem Pfarrer sagen, er möchte seine Predigten kürzer und einfacher machen. Sie hätten auch am Sonntag nicht so viel Zeit und Kraft, sich mit den Fragen des Lebens und des Glaubens intensiv zu beschäftigen. Der Pfarrer versprach, er wolle es sich einmal durch den Kopf gehen lassen und ihnen am nächsten Sonntag im Gottesdienst eine Antwort geben. Alle kamen gespannt zum Gottesdienst. Als die Predigt beginnen sollte, stieg der Pfarrer langsam und keuchend, stöhnend und ächzend die Stufen zur Kanzel hinauf, hielt mehrmals inne, wischte sich den Schweiß von der Stirn und gelangte nach langem, offensichtlich beschwerlichen Aufstieg doch noch auf die Kanzel. Dort hielt er einen Moment inne, sah die Gemeinde an und rief: "Liebe Gemeinde, schwer und mühsam ist der Weg zum Leben und in den Himmel!" Dann raffte er schnell seinen Talar zusammen, setzte sich blitzartig auf das Treppengeländer und sauste hinunter. Unter angekommen, rief er in die Kirche: "Und so schnell und einfach ist der Weg in die Hölle und das Verderben! Amen!" Damit war die Predigt für heute beendet. Aber die Gemeinde hatte nun begriffen, dass der Weg ins Leben Mühe und Zeit, Überlegung und Sorgfalt braucht. Ohne das geht es schnell bergab im Leben und im Glauben. Und wenn die Predigt mal etwas länger dauerte, dann dachten die Leute an den schmalen Weg, der zum Leben und in die Seligkeit führt.

"Die Pforte ist eng, und der Weg ist schmal, der zum Leben führt, und wenige sind ihrer die ihn finden!"

(Matthäus 7,14)

Das Verderben kommt ganz von allein

Ein Kaufmann braucht sich nicht besonders anzustrengen, um Bankrott zu machen. Er braucht nur einige Zeit sein Geschäft zu versäumen, seine Kunden schlecht zu bedienen, bei seinen Einkäufen nachlässig zu sein, dann ist es schon passiert. – Ein Landwirt braucht kein Unkraut auf dem Acker zu säen, um die Ernte zu verderben. Der Acker bringt das Unkraut von selbst hervor. Der Bauer braucht nur untätig zu sein, und es geht mit seiner Wirtschaft von selbst abwärts. – Ein Angestellter braucht sich keine großen Dinge zuschulden kommen zu lassen, um seine Anstellung zu verlieren. Wenn er seine Arbeit nachlässig tut, wird er bald entlassen sein.

Niemand braucht etwas Besonderes anzustellen, um sein Leben zu verlieren. Es ist nicht nötig, dass man ein Verbrechen begeht oder die Achtung der Menschen verliert. Das Verderben kommt ganz von allein, wenn man gar nichts tut und sich treiben lässt.

Wenn man die Bibel liegen lässt, wenn man das Beten aufgibt, wenn man sich aus der Gemeinde fernhält, wenn man dem wild wachsenden Unkraut im Herzen untätig zusieht, verliert man ganz von selbst die persönliche Beziehung zum Leben. Wenn man nicht auf Jesus hört und seine Liebe ausschlägt, genügt das vollständig, um Gottes Heil zu versäumen und ewig verloren zu gehen.

Paulus sagt: "Seid nicht träge in dem, was ihr tun sollt. Seid brennend im Geist. Dienet dem Herrn!"

(Römer 12,11)

Lebensschule

In einer kleinen Dorfschule gab es eine Schulinspektion. Der Schulrat kam und fragte die Kinder von der ersten bis zur achten Klasse, was sie lernen. Alle brachten ihre Lektionen vor. Vorne in der ersten Bank saß die kleine Tochter des Lehrers. Sie war noch gar nicht schulpflichtig, aber sie saß schon dabei. Zum Spaß fragte der Schulrat das Mädchen. "Und was lernst du?" Sie antwortete: "Ich lerne stille sein!"

Bevor man wirken kann, muss man still sein. Bevor man etwas Großes tun will, muss man auch Großes empfangen. Bevor man reden will, muss man hören. Und das ereignet sich in der Stille. "Ich lerne das Stillesein!" Diese Phase wird es auch in unserem Leben geben müssen, in der Schule des Lebens, in der wir Warten lernen.

Warum zieht man einen Pfeil, der nach vorne abfliegen soll, zurück? Im Zurückziehen erhält er die Kraft nach vorne, Wucht und Dynamik.

Warum ziehen sich Christen, die im Alltag wirken und schaffen wollen, zurück und gehen in die Stille? Dort empfangen sie die Kräfte und Weisungen für das Leben und Handeln. Dynamik und Lebenskraft empfangen wir im Einswerden mit dem, der Kraft und Leben ist, mit Jesus. Und dieses Einswerden vollzieht sich in der Stille des Gebetes und Horchens.

Alles umsonst

Ein Fuchs fand einmal einen besonders verlockenden Weinberg. Die herrlichen Früchte darin reizten seine Gier. Aber der Weinberg war von allen Seiten sicherumzäunt. Da erblickte der Fuchs, an einer Seitenecke eine winzige Öffnung, durch die er in den Weinberg eindringen wollte. Aber die Öffnung war zu eng. So konnte der Fuchs nicht hineinkriechen. In einer Mischung aus Begierde und Klugheit beschloss der Fuchs so lange zu fasten, bis er durch den Spalt in den Weinberg eindringen konnte. Nach einigen Tagen war er so mager, dass er hineinschlüpfen konnte. Nun fraß er sich an den wunderschönen und reifen Früchten satt – und wurde wieder dick. Als er durch die Öffnung wieder hinauswollte, gelang es ihm nicht. So musste er sich einige Tage verstecken und fasten, bis er wieder so mager war, um durch die Öffnung hindurch sein Leben zu retten. Als er abgemagert hinausgelangte, drehte er sich zum Weinberg um und sagte: "Weinberg, Weinberg! Wie schön bist du, und wie herrlich schmecken deine Trauben. Aber man hat von dir keinen Nutzen. So hungrig man auch hineinkommt, so hungrig geht man aus dir heraus!"

(Nach einem jüdischen Märchen)

So ist es wohl auch mit dieser Welt, in die wir nackt eintreten und sie auch wieder so verlassen, ohne etwas mitnehmen zu können!

(vgl. 1. Timotheus 6,7)

So ist es wohl auch mit den Weinbergen des irdischen Reichtums, der irdischen, Macht und des irdischen Ruhmes. Sie sind so verlockend und scheinen so herrlich. Aber man hat von ihnen keinen Nutzen. Denn abgemagert und unerfüllt muss man sie wieder verlassen!

(vgl. Prediger 6,7)

Im Weinberg dieser Welt ist letztlich alles umsonst. Nichts bringt die letzte Erfüllung unseres Lebens. Nichts stillt auf immer die Sehnsucht unseres Herzens. Gejagt und abgemagert müssen wir die Weinberge dieser Welt wieder verlassen.

Ganz anders ist es im Weinberg Gottes. In seinem Reich, in seiner Liebe, in seiner Gemeinde ist auch alles umsonst. Aber nicht im Sinne von vergeblich und vergänglich, sondern im Sinne von frei und gratis. Gott schenkt uns seine Liebe umsonst. Seine Vergebung ist gratis. Sein Haus ist letztlich und sicher. Dort können wir bleiben und uns satt essen an den reichen Gütern seiner Barmherzigkeit. Dort wird die letzte Sehnsucht gestillt, der Lebenshunger wird befriedigt, und der Durst nach Liebe und Geborgenheit kommt tief zur Ruhe.

Unser Leben ist immer umsonst, entweder tragisch im Sinne der Vergeblichkeit oder glücklich im Sinne der Vollerfüllung.

"Trachtet nach dem, was droben ist, nicht nach dem, was auf Erden ist!"

(Kolosser 3,2)

Persönlich erlebt

Junge Leute aus der Provinz gaben vor ihren Freunden damit an, dass sie nach New York fahren und das Musical "My fair Lady" besuchen würden. In New York mussten die Jugendlichen feststellen, dass die Vorstellungen auf Monate ausverkauft waren. Sie schämten sich jedoch, unverrichteter Dinge zurückzukommen. So kauften sie sich ein Programm des Musicals und eine Schallplatte mit den schönsten Liedern daraus. Nach den Vorstellungen suchten sie am Ausgang weggeworfene Eintrittskarten auf. Dann fuhren sie nach Hause, zeigten das Programm und die Eintrittskarten, sangen die Lieder und schwärmten den anderen etwas vor von dem berühmten Stück.

Ihre ganze Schau hatte nur einen Haken: sie hatten das Musical nie persönlich erlebt. Sie kannten es nur vom Hörensagen und aus zweiter Hand.

So ist es auch bei vielen Menschen mit dem Glauben. Sie kennen das Programm, haben die Eintrittskarte in Gestalt der Gemeindezugehörigkeit und singen die Lieder. Aber sie haben Jesus nie persönlich erfahren. Und gerade darum geht es, dass wir Jesus persönlich erkennen, folgen und lieben.

"Ihn habt ihr nicht gesehen und habt ihn doch lieb, und nun glaubt ihr an ihn!"

(l. Petrus 1,8)

Von allem nur den rechten Anstrich

Um 1740 suchte eine Gräfin für ihren Jungen einen Erzieher. Man empfahl ihr den später berühmt gewordenen Dichter Gellert. Die Gräfin ließ den jungen Gelehrten kommen und war tief beeindruckt von dessen schlichter Frömmigkeit und großer Klugheit. So machte sie ein Angebot großzügiger Vergütung und stellte auch sonst sehr angenehme Bedingungen. Doch zum Schluss sagte sie:

"Ich bitte mir eines aus. Sie genießen wegen Ihrer Gelehrsamkeit den besten Ruf. Ich verlange nichts weiter als einen leichten Anstrich von Sprachen, Geographie und Geschichte. Sie genießen wegen Ihrer Frömmigkeit den besten Ruf. Machen Sie aber aus meinem Jungen keinen ständig betenden Christen. Es genügt mir vollkommen, wenn mein Sohn die zehn Gebote lernt und sonntags in die Kirche geht. Verstehen Sie mich recht, ich verlange von allem nur den rechten Anstrich!" Gellert erwiderte ihr: "Gnädige Frau, wenn das Ihr Ernst ist, rate ich Ihnen, nehmen Sie lieber einen Anstreicher!" Empfahl sich und ging fort.

Ist unser Glaube an Jesus nur ein frommer Anstrich eines ichsüchtigen Lebens oder die tiefe Durchdringung unseres Seins von den Kräften Jesu? Ist unsere Frömmigkeit nur hübsche Dekoration oder die Grundlage, auf der wir stehen? Ist Gott nur die Girlande unseres Lebens oder der Herr, auf den alles hinzielt? Gott will uns nicht von außen fromm anstreichen, sondern er möchte uns von innen her erneuern.

"Lasst uns aber wahrhaftig sein in der Liebe und wachsen in allen Stücken zu dem hin, der das Haupt ist, Christus!"

(Epheser 4,15)